HEM-Profile: Wenn hohe Tragfähigkeit gefragt ist

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HEM-Profile zählen zu den besonders schweren und robusten Stahlträgern. Sie bieten eine hohe Tragfähigkeit und Steifigkeit und kommen vor allem bei Konstruktionen zum Einsatz, bei denen herkömmliche HEA- oder HEB-Profile nicht mehr ausreichen.

Auf den ersten Blick ähneln HEM-Profile den Varianten HEA und HEB. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch im Materialquerschnitt. HEM-Profile besitzen einen stärkeren Steg und deutlich kräftigere Flansche und bringen dadurch wesentlich mehr Gewicht pro Meter auf die Waage. Richtig dimensioniert können sie entsprechend hohe Lasten aufnehmen.

Was steckt hinter der Bezeichnung HEM?

HEM bezeichnet ein warmgewalztes Stahlprofil mit einem charakteristischen H-förmigen Querschnitt. Es besteht aus einem senkrechten Steg und zwei breiten Flanschen. Im Vergleich zu klassischen I-Trägern ist der Querschnitt deutlich massiver. Dadurch eignet sich das Profil für hohe Belastungen und kann unter anderem große Druckkräfte aufnehmen.

Der Buchstabe M kennzeichnet die schwere Ausführung innerhalb der HE-Profilreihe. Weitere bekannte Varianten sind insbesondere HEA und HEB.

  • Vereinfacht gesagt steht HEA für die leichtere Ausführung, HEB für eine robustere Standardvariante und HEM für die schwerste Ausführung innerhalb der jeweiligen Abmessungsreihe.

Eine häufige Verwechslung betrifft die Zahlenbezeichnung. Die Zahl hinter HEM entspricht nämlich nicht exakt der tatsächlichen Profilhöhe. Ein HEM 200 ist beispielsweise tatsächlich etwa 220 mm hoch.

Bei der Planung von Anschlüssen, Bohrungen oder angrenzenden Bauteilen sollten deshalb immer die technischen Tabellenwerte des jeweiligen Profils berücksichtigt werden. Der Name allein reicht für eine genaue Planung nicht aus.

HEM, HEB oder HEA? Die Anforderungen der Konstruktion entscheiden

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Bei der Wahl eines Stahlträgers erscheint ein besonders massives Profil zunächst als die naheliegende Lösung. Doch größer bedeutet nicht automatisch besser. Ein unnötig schwerer Querschnitt erhöht das Eigengewicht, erschwert Transport und Montage und kann die Gesamtkosten der Konstruktion deutlich steigern.

  • HEA-Profile eignen sich, wenn die erforderliche Tragfähigkeit und Steifigkeit bereits mit einem leichteren Querschnitt erreicht werden können.
  • HEB-Profile besitzen einen größeren Materialquerschnitt und sind daher für stärker beanspruchte Bauteile geeignet.
  • HEM-Profile stellen die besonders schwere Variante dar. Der kräftige Steg und die massiven Flansche sorgen für eine große Querschnittsfläche und hohe Steifigkeit.

Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich beim Eigengewicht. Je nach Abmessung können HEM-Profile pro Meter mehrere Dutzend bis mehrere hundert Kilogramm wiegen. Im Vergleich zu HEA oder HEB fällt das Mehrgewicht bei ähnlichen Abmessungen entsprechend deutlich aus.

Bei langen Trägern sollte daher nicht nur der Preis des Stahls betrachtet werden. Auch Transport, Entladung, Hebemittel und die Bedingungen bei der Montage müssen in die Planung einbezogen werden.

Für welche Anwendungen sind HEM-Profile geeignet?

Für leichte Konstruktionen wie einen einfachen Gartenunterstand werden HEM-Profile normalerweise nicht benötigt. Ihre Vorteile kommen vor allem bei anspruchsvollen Bau- und Industrieprojekten mit hohen Belastungen zum Tragen.

  • Typische Einsatzbereiche sind stark belastete Stützen und Träger, Industriehallen, Anlagen- und Technologiekonstruktionen, mehrgeschossige Stahlbauten sowie Knotenpunkte, an denen hohe Kräfte zusammengeführt werden. Auch im Maschinenbau und bei speziellen Stahlkonstruktionen können HEM-Profile eingesetzt werden.

Interessant sind die schweren Profile insbesondere dann, wenn hohe Lasten auf begrenztem Bauraum übertragen werden müssen. Durch den großen Querschnitt lässt sich eine hohe Tragfähigkeit erreichen, ohne die Konstruktion aus mehreren kleineren Profilen zusammensetzen zu müssen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein HEM-Träger einfach durch ein anderes Profil mit ähnlicher Höhe ersetzt werden kann. Bei tragenden Bauteilen muss der konkrete Querschnitt immer anhand der statischen Anforderungen bestimmt werden.

S235 oder S355 – welche Stahlsorte wählen?

Neben der Profilgröße spielt auch die verwendete Stahlsorte eine wichtige Rolle. S235 und S355 gehören zu den gängigen Baustählen. Die Zahl in der Bezeichnung steht im Zusammenhang mit der Mindeststreckgrenze des Werkstoffs – also der Belastungsgrenze, ab der eine bleibende Verformung des Stahls einsetzt.

HEM-Profile aus S355 weisen eine höhere Streckgrenze auf als HEM-Profile aus S235 und können deshalb für stärker beanspruchte Konstruktionen eingesetzt werden. Die Stahlsorte allein bestimmt jedoch nicht die Tragfähigkeit eines Bauteils. Ebenso wichtig sind beispielsweise die Länge des Trägers, seine Lagerung, die Belastungsrichtung, Knicken, Biegedrillknicken sowie die Ausführung der Verbindungen.

HEM bestellen: Gewicht, Länge und Transport berücksichtigen

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Bei besonders schweren Stahlprofilen sollte die Logistik bereits vor der Bestellung geklärt werden. Während sich leichtere Profile über einige Meter oft noch relativ einfach transportieren und handhaben lassen, erfordern HEM-Profile aufgrund ihres hohen Eigengewichts eine entsprechende Vorbereitung.

Es kann daher sinnvoll sein, die Profile direkt auf die benötigten Längen zuschneiden zu lassen. Dadurch lässt sich Verschnitt reduzieren und gleichzeitig die spätere Handhabung vereinfachen. Vor der Bestellung sollte außerdem geprüft werden, wie die Entladung am Einsatzort erfolgen kann. Bei schweren Profilen kann beispielsweise ein Fahrzeug mit Ladekran oder zusätzliche Hebetechnik erforderlich sein.

ATREON bietet HEM-Stahlprofile in einer Lieferlänge von 12 Metern an, die auf die gewünschten Maße zugeschnitten werden können. Erhältlich sind Ausführungen in den Baustahlgüten S235 und S355. Die Lieferung der Profile ist innerhalb Deutschlands möglich. 

Bei HEM kommt es auf die richtige Dimensionierung an

HEM-Profile sind für Konstruktionen gedacht, bei denen eine möglichst geringe Stahlmenge nicht im Vordergrund steht. Ihre Stärken liegen im robusten Querschnitt, der hohen Steifigkeit und der Eignung für stark beanspruchte Bauteile. Gleichzeitig bedeutet der größere Materialeinsatz ein höheres Eigengewicht sowie einen höheren Aufwand bei Transport und Montage.

Deshalb sollte zunächst feststehen, welche Anforderungen die Konstruktion erfüllen muss. Erst danach lässt sich beurteilen, welches Profil und welche Abmessung tatsächlich benötigt werden. Ein passend ausgelegtes HEM-Profil ist nicht einfach ein unnötig schwerer Träger, sondern kann genau dort sinnvoll sein, wo ein besonders leistungsfähiger Querschnitt erforderlich ist.

 

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